Sportunfall: Das solltest du wissen!

Ein Sportunfall ist sehr schnell passiert. Sei es nur eine kleine Verletzung wie beispielsweise eine Zerrung oder im schlimmsten Fall sogar eine Verletzung, die anschließend das ganze Leben verändert. Hier erfährst du alles, was du zum Thema Sportunfall wissen solltest.

Egal ob privat, im Verein oder im Profisport. Sportunfälle stehen an der Tagesordnung. Rund 1,5 Millionen Sportunfälle zählt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft jedes Jahr. Oftmals reicht der einfache Versicherungsschutz der gesetzlichen Krankenkassen dafür nicht aus. So kann ein Unfall nicht nur schwere körperliche Schäden verursachen, sondern sogar existenzbedrohend werden.

Private Versicherungen wie eine Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung können dabei finanzielle Unterstützung anbieten. Grundsätzlich sei es jedem Sportler und Freizeitsportler zu empfehlen in diesem Bereich auch privat vorzusorgen. Doch wann leisten die gesetzlichen Kassen, die Unfallversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt?

Was ist eigentlich ein Sportunfall?

Betrachtet man versicherungstechnische Aspekte, so wird hier recht eindeutig zwischen einer Sportverletzung und einem Sportunfall unterschieden. Auch wenn man als Laie die Abgrenzung meist nur schwer erkennt, wird bei Versicherungen besonders im Leistungsbezug eine klare Definition geschaffen.

Definition eines Sportunfalls:
Ein Sportunfall ist ein Ereignis, dass plötzlich von außen auf den Körper einwirkt und eine unfreiwillige Gesundheitsschädigung hinterlässt.

Zu einem Sportunfall zählen beispielsweise:

  • Verrenkungen
  • gezerrte oder gerissene Muskeln
  • Knochenbrüche
  • Trommelfellverletzungen

Versicherer schließen folgende Schäden oft aus:

  • Meniskus
  • Bandscheiben

Welche Versicherung leistet bei einem Sportunfall?

Nach einem Sportunfall leistet in der Regel nicht nur eine Versicherung. Je nach Unfallhergang greifen verschiedene Versicherungsleistungen, deren Aufgaben dann jedoch meist klar verteilt sind.

Die Krankenversicherung

Die private oder gesetzliche Krankenversicherung übernimmt alle Kosten für die ärztliche Versorgung nach dem Unfall. Dazu zählt die stationäre Behandlung im Krankenhaus sowie eventuell anstehende Reha-Maßnahmen.

Die Haftpflichtversicherung

Wird der Sportunfall durch eine Dritte Person verursacht, so übernimmt sogar die Haftpflichtversicherung des Schadensverursachers einen Teil der Kosten. Das kann beispielsweise bei einem harten Foul oder einer grob fahrlässigen Tätlichkeit der Fall sein.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung spielt eine wichtige Rolle bei einem Sportunfall. Zwar übernimmt sie keine direkten Kosten bezüglich der Behandlung, sie sorgt aber dafür, dass im Falle eines Verlustes der Arbeitskraft das finanzielle Einkommen gesichert ist.

Die Sportunfallversicherung des Vereins

Jeder Verein ist verpflichtet eine sogenannte Gruppenunfallversicherung abzuschließen. Diese leistet für alle Vereinsmitglieder, falls es bei der Vereins-Aktivität zu einem Unfall kommt. Übrigens leistet sie auch, wenn auf dem Weg von oder zum Training ein Unfall passiert.

Die gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung leistet immer dann, wenn Unfälle beim Schulsport, in Studieneinrichtungen und beispielsweise beim Betriebssport passieren. Hierbei werden die Kosten für die ärztliche Behandlung sowie Reha-Maßnahmen übernommen.

Die private Unfallversicherung

Während die gesetzliche Unfallversicherung für die medizinischen Kosten aufkommt, kümmert sich die private Unfallversicherung um die Kosten, die aus einem Unfall resultieren. Dafür zahlt der Versicherer die im Vertrag vereinbarte Kapitalleistung. Damit sind Versicherte beispielsweise dann in der Lage Prothesen zu finanzieren, barrierefreie Umbaumaßnahmen umzusetzen oder Spezialfahrzeuge anzuschaffen.

Was ist bei einem Sportunfall im Verein?

Sportunfälle passieren häufig in der Freizeit aber auch nicht selten beim Vereinssport während des Trainings oder im Wettkampf. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt hierbei keine Kosten, da es sich nicht um einen Arbeitsunfall handelt. Jeder Verein sollte daher eine sogenannte Gruppenunfallversicherung besitzen. Versichert sind dabei alle Sportler des Vereins sowie deren Mitglieder und Amtsträger.

Tipp: Wenn der Verein einem Landessportverband angehört, dann ist dieser gegebenenfalls über den Sportversicherungsvertrag des Verbandes mitversichert. Dies sollte jedoch im Vorfeld geklärt werden.

Die Gruppenunfallversicherung beinhaltet neben einer Unfallpolice für Invalidi­tätsleistungen, Kran­ken­haus­tage­geld und Unfallrente, zusätzlich auch eine Haftpflichtversicherung, die den Sportler vor Schadensansprüchen Dritter schützt, wenn er diesen verletzt. Ein Beispiel dafür wäre ein Foul beim Fußball. Zu beachten ist jedoch, dass der Versicherungsschutz nur im Rahmen der Vereinsaktivitäten greift sowie auf deren An- und Rückfahrten. Der Sportler ist beim Einzelsport nur dann abgesichert, wenn diese Trainingseinheit vom Verein angeordnet ist. Das private Joggen am Wochenende wäre somit aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Erhält man Schmerzensgeld nach einem Sportunfall?

Grundsätzlich kommt Schmerzensgeld als Form einer Haftung gemäß § 252 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) immer dann in Betracht, wenn ein Dritter einer Person körperliche, gesundheitliche, freiheitliche oder sexuelle Schäden zufügt. Erfasst werden dabei vorsätzliche oder grob fahrlässige Handlungen.

Auch bei einem Sportunfall kann daher Schmerzensgeld gewährt werden, wenn ein Sportler einen anderen Sportler absichtlich verletzt. Dazu gehören beispielsweise ein grob fahrlässiges Foul beim Fußball oder unerlaubte Schläge und Tritte bei einer Kamfsportveranstaltung.

In solchen Fällen ist es immer ratsam einen Anwalt hinzuzuziehen. Grundsätzlich wird eine Zusage von Schmerzensgeld bei einem Sportunfall so gut wie immer vor Gericht beschlossen. Je nach Tragweite der Verletzung und den resultierenden Folgen haben Richter schon häufig zugunsten des verletzten Sportlers gestimmt.

Wie kann man einem Sportunfall vorbeugen?

Der Spruch „Sport ist Mord“ ist sicher vielen bekannt. So einer würde dann behaupten, dass die beste Methode zur Vorbeugung diese ist, wenn man erst gar keinen Sport macht. Das ist natürlich grundsätzlich erst einmal richtig. Aber ganz egal für welche Sportart man sich entscheidet, so können durch Schutzmaßnahmen, Vorbereitungen und dem richtigen Einschätzen des Risikos selbstverständlich auch Sportunfälle vermieden werden.

Helm

In vielen Sportarten wie Radfahren, Skilaufen, Snowboarden, Reiten, Klettern, etc. ist der Helm meist die wichtigste Schutzausrüstung. Er soll beim Stürzen vor schweren Verletzungen am Kopf schützen. Beim Freizeitsport besteht keine Pflicht bei diesen Sportarten einen Helm zu tragen. Auf Sportveranstaltungen oder im Rahmen des Vereinssports ist dies jedoch meist Pflicht

Schutzkleidung

Knie, Ellenbogen und Handgelenke sind bei Stürzen meist die ersten Körperstellen, die den Boden berühren. Je nach Sportart gibt es speziell für diese Bereiche entsprechende Schutzausrüstung.

Risikoeinschätzung

Es heißt zwar immer „No risk, no fun“, doch dieser Spruch ist schon vielen Sportlern zum Verhängnis geworden, weil sie sich entweder überschätzt oder das Risiko nicht richtig bewertet haben. Sport muss daher nicht immer mit Höchstbelastung, Höchstgeschwindigkeit und hohem Risiko verbunden sein.

Aufwärmen & Dehnen

Verletzungen an den Gelenken und Bändern entstehen häufig dadurch, weil der Sportler sich nicht richtig aufgewärmt oder gedehnt hat. Den Körper „eiskalt“ von null auf hundert zu bringen ist keine gute Idee.

Wind & Wetter

Je nach Sportart spielen Wind & Wetter eine wichtige Rolle. Während leichter Regen beim Laufen sicher kein Problem ist, kann diese beim Klettern hingegen sehr gefährlich werden, weil die Wand nass wird. Ein kurzer Wettercheck vor Antritt des Sports kann daher sehr lohnenswert sein.