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Flossing

Flossing
© Ludwig Artzt GmbH

Beim Flossing handelt es sich um kompressionsbasierte Techniken mit einem elastischen Latexband. Hierbei werden unter anderem Therapieprinzipien aus der Osteopathie und Physiotherapie kombiniert.

  • Das Flossing wird in Deutschland bereits seit 2014 zur Schmerzlinderung, Beweglichkeitsverbesserung, Prävention und Rehabilitation eingesetzt.
  • Beim Flossing wird das sogenannte Flossband um die zu behandelnde Stelle gewickelt, welches eine Kompression bewirkt, durch die das Blut aus dem Gewebe gedrückt wird.
  • Das Flossing hilft beim Lösen von Gewebeverklebungen und verbessert die Durchblutung in Gelenken, Muskeln und dem Bindegewebe.

Was ist Flossing eigentlich?

Beim Flossing werden elastische Bänder zirkulär um die Gelenke und das Gewebe gewickelt. Zum Einsatz kommt dabei ein Latexband, auch Flossband genannt, welches eine Kompression auf die jeweils zu behandelnde Stelle bewirkt.

Bereits seit dem Jahr 2014 wird das Flossing in Deutschland zur Linderung von Schmerzen, Verbesserung der Beweglichkeit sowie Prävention und Rehabilitation eingesetzt. Übersetzt man das Wort Flossing wortwörtlich aus dem englischen so bedeutet dies die Anwendung von Zahnseide zur Zahnreinigung.

Ursprünglich wurde das Flossing vom amerikanischen Physiotherapeuten und Crossfitness-Trainer Dr. Kelly Starrett entwickelt. Die beiden Therapeuten Sascha Seifert und Dominik Suslik haben das Vitality Flossing in Kooperation mit namhaften Partnern aus dem Leistungssport weiterentwickelt.


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Warum sollte man Flossing nutzen?

Durch die Flossing-Behandlung wird in erster Linie eine Bewegungserweiterung und Schmerzlinderung erreicht. Dabei wird die Mobilität der Gelenke, Muskeln, Haut, Faszien und des Gewebes trainiert. Durch den Druck wird eine Mehrdurchblutung erreicht, welches den Austausch der Gewebeflüssigkeit positiv beeinflusst.

Flossing kann sowohl präventiv als auch bei akuten Beschwerden eingesetzt werden. Bei der Behandlung von Verletzungen ist allerdings die Beratung und Durchführung der Therapie durch einen Experten zu empfehlen. Bei falscher Anwendung kann das Flossing durchaus Nebenwirkungen und Verletzungen verursachen.

Beispiel einer Flossing-Behandlung am Sprunggelenk
Beispiel einer Flossing-Behandlung am Sprunggelenk (© Ludwig Artzt GmbH)

Was ist ein Flossband?

Das klassische Flossband hat je nach Hersteller eine Länge von 2 Metern und eine Breite von 5 Zentimetern. Es besteht aus Latex oder Naturkautschuk. Für die Behandlung der Knie, Oberschenkel oder das Becken gibt es auch Bänder mit 5 Metern Länge. Für kleine Bereiche wie Finger oder Zehen sind auch Flossbänder mit 1 Meter Länge und 2,4 cm Breite erhältlich.

Das Flossband ist frei von Schadstoffen und Weichmachern und kann daher bedenkenlos auf der Haut angewendet werden. Bei einer Latexallergie sollte das Flossband über der Kleidung angewendet werden, um nicht direkt mit der Haut in Berührung zu kommen.

Tipp für Sportler:
Jeder Sportler sollte ein eigenes Flossband besitzen. Es ist ein unverzichtbares Tool mit zahlreichen Möglichkeiten der Eigenbehandlung bei Bewegungseinschränkungen oder Überlastungssyndromen. Es passt in jede Sporttasche und kann schnell, praktisch & effizient eingesetzt werden.

Pflege und Reinigung des Flossbandes

Da das Flossband direkt auf der Haut angewendet wird, sollte es regelmäßig gereinigt werden. Dazu reicht in der Regel fließendes Wasser aus. Anschließend sollte das Band mit einem Handtuch abgetrocknet und niemals im feuchten Zustand aufgewickelt werden. Auch herkömmliche Desinfektionstücher können zur Reinigung genutzt werden.


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Wie wirkt Flossing auf den Körper?

Ziel des Flossings ist es unter anderem körpereigene Heilungsprozesse zu unterstützen. Es hilft beim Lösen von Gewebeverklebungen und verbessert die Durchblutung in Gelenken, Muskeln und dem Bindegewebe. In der Kombination mit verschiedenen Bewegungstechniken aus der Osteopathie und Physiotherapie trägt das Flossing dazu bei Gelenkschmerzen zu beseitigen, die Muskelkontraktionen zu verbessern und die Gleitfähigkeit verklebter Strukturen wiederherzustellen.

Beispiel einer Flossing-Behandlung am Kniegelenk
Beispiel einer Flossing-Behandlung am Kniegelenk (© Ludwig Artzt GmbH)

Schwammeffekt

Durch das unter Spannung angelegte Flossband wird das Gewebe wie ein Schwamm ausgedrückt. Beim anschließenden Lösen des Bandes dringt frisches Blut in das Gewebe ein, was zu einer besseren Nährstoffbilanz und somit zu einer schnelleren Regeneration und Heilung führt.

Gate-Control-Theorie

Die Gate Control Theroie erklärt unter welchen Voraussetzungen Schmerzen empfunden werden und dass unter bestimmten Umständen Schmerzsignale nicht zum Gehirn weitergeleitet werden. Beim Flossing geht man daher von einer Überlagerung des Schmerzes aus. Hierbei würde lediglich der Aufbau des Druckreizes an das Gehirn weitergeleitet werden, während der eigentliche Schmerz überlagert wird. Somit können sonst schmerzhaft eingeschränkte Strukturen bestmöglich mobilisiert werden.

Kinetic Resolve

Man geht beim Flossing davon aus, dass die Wirkung des Flossbandes inter- und intrafasziale Crosslinks löst, weil die Gewebeschichten gegeneinander mobilisiert werden. Durch das Lösen dieser Verklebungen lassen sich Bewegungseinschränkungen und die Funktionstüchtigkeit von Gelenken wiederherstellen.

Wann flossen und wann nicht?

Das Flossing hat viele positive Eigenschaften. Dennoch sollte es in einige Fällen und bei bestimmten Symptomen nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Experten angewendet werden. Wir unterscheiden dabei noch in den Kategorien „Absolut nicht“ und „Je nach Situation“.

Empfohlene Anwendung:

  • Arthrose
  • Gelenkschmerzen
  • Tennisarm
  • Tennisbein
  • Golfarm
  • Läuferknie
  • Muskelzerrung
  • Verrenkungen
  • Miniskusschaden
  • Achillessehnenschmerzen
  • Sehnenreizungen der Schulter
  • Bewegungseinschränkung der Schulter
  • Handgelenkverstauchungen
  • Ski-Daumen
  • Hallux-Valgus
  • Rückenschmerzen
  • Präventiv vor dem Training

Je nach Situation:

  • Asthma
  • Schwangerschaft
  • Fieber
  • Krampfadern
  • Schilddrüsenfunktionsstörung
  • Psychische Faktoren wie Engegefühl während der Therapie

Absolut nicht:

  • Akute Entzündungen durch Keime
  • Allergie gegen Latex
  • Thrombose (akut)
  • Herpes zoster (akut)
  • Schuppenflechte (akut)
  • Neurodermitis (akut)
  • Herzinsuffizienz
  • Unklarer Tumorstatus
  • Pergamenthaut (Kortisontherapie)
  • Ablehnung der Behandlung durch Patienten
  • Neuralgien
  • Frakturen (Brüche)
  • Arterielle Verschlusskrankheit
  • Einnahme von Gerinnungshemmern
  • Blasenbildung der Haut
  • Extreme Lymphödeme
  • Chronische Entzündung wie Gicht
  • Bilaterales/ beidseitiges Flossen der Beine wg. Synkope
  • Offene Wunden, Hautschäden jeglicher Art, allergisch veränderte Haut

Neben- und Nachwirkungen beim Flossing

Bei der Behandlung von akuten Schmerzen ist die Beratung und Therapie durch einen ausgebildeten Experten zu empfehlen. Die Selbstanwendung kann unter Umständen zu Verletzungen führen. Flossing kann die zu behandelnde Körperstelle sehr stark belasten. Somit können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Hautrötungen oder -reizungen
  • Quaddelbildung
  • Hämatome
  • Kurzfristige Schwächegefühle
  • Druckschmerzen und Engegefühl bei der Behandlung und beim Training
  • Kreislaufschwäche oder Schweißausbrüche

Ein sofortiges Entfernen des Bandes wird empfohlen:

  • Wenn die Extremität sehr blau wird
  • Wenn die Extremität einschläft (leichtes Kribbeln ist vertretbar)
  • Wenn der Patient die Spannung nicht aushalten kann

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